Miguel

Miguel wurde am 14. Dezember 1987 als viertes und letztes Kind seiner Eltern geboren.

Er lebt mit seinen beiden Schwestern Adela und Remedios und seiner Mutter Beatriz in Naunaca, in der Provinz Sucre im Hochland Boliviens. Sein Vater Angel, der Bauer war, ist bereits verstorben. Sein Bruder Lorenzo arbeitet in der fernen Hauptstadt  La Paz, so dass Miguel mit seinen mittlerweilen 17 Jahren der „Mann im Haus“ ist.

Die Familie spricht zu Hause Quechua, das bereits die Inkas sprachen. Die Amtssprache Boliviens ist, wie in fast ganz Lateinamerika Spanisch. In der Schule lernt Miguel außerdem Englisch, das ihm sehr gut gefällt. Er besucht nach anfänglichen Problemen in der Grundschule inzwischen eine weiterführende Schule. Zu dieser muss er jeden Morgen die 30 Minuten Fußweg gehen, da sie außerhalb Naunacas liegt. Nachmittags geht es dann wieder zurück. 

Er geht gerne zur Schule und mag neben Englisch besonders Mathematik, Chemie und Biologie.

Die Familie lebt in einem einfachen Lehmhaus, das zwei Zimmer hat. Das ursprüngliche Strohdach wurde inzwischen im Rahmen des „Home -Improvement“-Programms“ von Plan durch Ziegel ersetzt, so dass es vollkommen dicht ist. Auch der ehedem schmutzige und löchrige Lehmboden wurde bereits ersetzt (s. Bild)

Die Familie hält einige Hühner, die in einem an das Haus angrenzenden Stall wohnen. Gekocht wird auf offenem Feuer, beleuchtet wird das Haus mit Kerosin-Lampen, da das Haus über keinen Stromanschluss verfügt.

Die Wasser-Versorgung ist Dank Plan auch außerhalb der Regenzeit durch einen offenen Brunnen gesichert, auch wenn die Wasserqualität wegen des Mangels an Latrinen nicht gleich bleibend gut ist. Auch das Wetter, insbesondere das Klimaphänomen „El Nino“ trägt mit seinen Überschwemmungen neben unzureichender Abwasser- und Müllentsorgung zur überwiegend mangelhaften Wasserqualität bei. Kein Wunder also, dass das verschmutzte Wasser die Krankheitsursache Nr. 1 ist.

Zum Glück war Miguel seit Beginn der Patenschaft erst einmal ernsthaft krank. Durch die Versorgung in der 45 Minuten entfernten von Plan errichteten Gesundheitsstation wurde er jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder ganz gesund.

Wie wahrscheinlich alle südamerikanischen Jungen spielt Miguel in seiner wenigen Freizeit (er muss nach der Schule zu Hause kleine Aufgaben übernehmen) leidenschaftlich gerne Fußball. Sein Idol ist Roque Santa Cruz.

Miguels Berufswunsch änderte sich im Laufe der Jahre von anfangs Bauer über Profi-Fußballer und Maurer bis zu seinem heutigen Ziel Ingenieur. Es macht sehr viel Freude zu sehen, wie mit steigender Bildung auch die Ansprüche, die dieser gescheite Jungen aus einfachsten Verhältnissen an sich selbst stellt, ständig stiegen. Seine beiden Schwestern sind, Dank der Schulbildung, inzwischen Sozialarbeiterinnen. Auch die Entwicklung der Gemeinde über die Jahre miterleben zu dürfen, war und ist wunderbar. So wurden zur Verbesserung der Ernährungssituation bereits 1999 Getreidesilos angeschafft (s. Bild); 2000 wurde ein Gemeinde-Kinderzentrum gebaut.

2001 folgte ein Spielplatz neben der Schule, die Plan bereits 1998 errichtet hatte (s. Bild). Ein wichtiger Aspekt in der Verbesserung der Gesundheitssituation ist neben den Impfprogrammen  auch die Schulung der Gesundheitshelfer der Hochlandgemeinden.



Schulung der Gemeinde - Gesundheitshelfer

Was mich an dieser Patenschaft immer besonders gefreut hat (und bis heute freut), ist die Bereicherung, die dieser liebenswerte Junge für unser Leben stets bedeutet hat und auch immer bedeuten wird. So wuchsen er und unsere beiden Töchter, von denen die jüngere fast gleichaltrig wie Miguel ist, auf zwei anderen Kontinenten unter völlig unterschiedlichen Umständen, aber dennoch irgendwie zusammen auf. Sie malten Bilder, schrieben sich Briefe und erzählten einander aus ihren Leben, was erst etwas nachließ, als Miguel in die weiterführende Schule kam. Bis heute schreiben wir uns regelmäßig und er malt uns immer noch tolle Bilder, was eines seiner vielen Talente ist.

 

Da diese Patenschaft bereits etliche Jahre besteht, könnte ich wohl noch seitenweise über Miguel und seine Familie schreiben.

Der Gedanke, dass Plan sich aus diesem Projektgebiet auf Grund der langen Laufzeit und der vielen bereits erreichten Ziele wohl bald zurückziehen wird, weckt in mir sehr unterschiedliche Gefühle. Natürlich freue ich mich sehr über die tolle Entwicklung der Gemeinde und die für die Menschen damit erreichten Verbesserungen und ich bin glücklich, dazu ein bisschen beigetragen zu haben.

Andererseits werde ich „mi hijo boliviano“ -meinen bolivianischen Sohn (Miguels Worte) und seine liebenswerte Familie schrecklich vermissen. Eines ist sicher: wir werden ihn nie vergessen und ihn immer lieben.

Ich habe die Entscheidung, diese Patenschaft zu übernehmen, niemals auch nur eine Sekunde bereut.

Chris

Die Patenschaft von Miguel wurde im Januar 2006 wegen Volljährigkeit des Patenkindes leider beendet.

   Der Getreidesilo der Familie - stolz präsentiert von Miguels Onkel

 

Chris ist die Patin von Miguel

Die Patenschaft bestand von 09/1997 - 01/2006 und wurde aufgrund der Volljährigkeit von Miguel beendet.