NZ/HA/NPLUS/NPLUS4 - Do 16.08.2007 - NÜRNBERG

Plan startet Projekt „Fränkische Bildungsschlange“

Wie Klorollen Afrika helfen sollen

 Sharon Chaffin

In blauen Mülltüten türmen sich Hunderte Klorollen. Bemalt, beklebt und mit Wolle verziert. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jede Rolle hilft. "Fränkische Bildungsschlange für Schulen in Afrika" heißt das Projekt der mittelfränkischen Plan-Aktionsgruppe (AG).

Einsatz und Engagement sind für die Ehrenamtlichen eigentlich selbstverständlich. Alle vier Wochen treffen sich die Mitglieder der Gruppe für den Großraum Erlangen-Nürnberg-Fürth im Erlanger Teehaus. Aktionen werden besprochen und geplant. An diesem Dienstagabend haben sich die zehn Freiwilligen besonders viel vorgenommen: Es geht um den offiziellen Start ihrer aktuellen Hilfskampagne. Und die hat es in sich. "Es kann sich wirklich jeder beteiligen", betont Holger Jahn. Der Siemens-Mitarbeiter setzt sich seit 2002 für Plan ein, und ist vom "Bildungsschlangen"-Projekt besonders begeistert.

Das Motto ist einfach: Eine Rolle bedeutet einen Euro. Wer will, spendet einen Euro und fädelt eine bemalte Röhre auf die Schlange. Interessenten können aber auch selbst Papprollen sammeln, Spender finden und ein eigenes Schlangenteil basteln (siehe Kasten unten).

Zum Weltkindertag am 21. September wollen sie die hoffentlich schon auf viele Kilometer angewachsene Bildungsschlange in Nürnberg und Fürth vorstellen. Bis dahin aber haben sie noch alle Hände voll zu tun.

15 regionale Einrichtungen machen schon mit. Aber noch müssen Kindergärten und Schulen ebenso angeschrieben werden wie Seniorenheime. Auch Firmen beteiligen sich an der Spendenaktion. Ein Ehrenamtlicher muss die Papprollen in den verschiedenen Einrichtungen abholen, ein anderer sich um die Organisation der Info-Stände kümmern. "Es ist ein enormer logistischer Aufwand", erklärt der Leiter der Aktionsgruppe, Dieter Hassler. Aber da sich jeder verantwortlich fühle und Aufgaben übernehme, könnten sie auch dieses neue Projekt stammen.

Im Gegensatz zu anderen deutschen Plan-Gruppen, die mit kürzeren Schlangen Geld gesammelt haben, hat sich die hiesige Aktionsgruppe viel vorgenommen. Von Nürnberg bis Erlangen soll die Schlange reichen. "Wir hätten sie ja auch von Nürnberg bis Fürth legen können", sagt Holger Jahn, "aber wir haben uns ein großes Ziel gesetzt". Die ausgewählte Strecke soll praktisch wie symbolisch eine Verbindung der Städte signalisieren. Passenderweise dazu haben bereits die Bürgermeister des Städtedreiecks Nürnberg, Fürth und Erlangen die Schirmherrschaft übernommen.

"Tag X" kommt irgendwann im Sommer 2008

Hassler zweifelt nicht daran, dass die Rollen zusammenkommen; selbst wenn es einiger Tausend bedarf. "Es läuft langsam an", berichtet er. Viele Kindergärten und Schulen, die schon in den vergangenen Wochen fleißig Rollen gesammelt haben, würden nach den Ferien bestimmt wieder dabei sein.

Denn gerade Kindern macht das Basteln und Bemalen riesig Spaß, erzählt er. Außerdem lernen sie bei dieser Aktion spielerisch eine ganze Menge über Afrika. Es soll ihnen auch bewusst werden, wie wichtig eine gute Schulausbildung ist. Irgendwann im Sommer 2008 werden an einem Aktionstag alle Fünf-Meter-Teilstücke zu einer großen Schlange zusammengehängt. Die Plan-Gruppe spricht schon jetzt vom "Tag X".

Die Plan-Aktionsgruppe präsentiert ihr Projekt am Samstag, 22. September, von 14 bis 20 Uhr in der Fürther Ottostraße. Am Sonntag, 23.September, sind die Ehrenamtlichen von 12 bis 18 Uhr mit Ständen auf dem Ludwigs- und Jakobsplatz in Nürnberg vertreten.

 
 Quelle: Nürnberger Zeitung - NürnbergPlus 16.08.2007  www.nz-online.de