Projekt:  Hilfe für Gemeindeschulen in Guinea-Bissau

Guinea-Bissau ist eines der kleinsten Länder Westafrikas. Noch immer leiden die Menschen unter den Folgen des Bürgerkriegs Ende der 1990er Jahre. Dazu gehört auch, dass Kinder keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Bildungsangeboten haben.

Im Programmgebiet Bafatá ist der Besuch einer Grundschule keine Selbstverständlichkeit, erst recht nicht für Mädchen. Nur 53,7 Prozent der schulpflichtigen Kinder besucht eine Grundschule. Einen Abschluss schaffen gerade 4,1 Prozent der Kinder. In vielen Dörfern mangelt es an Grundschulen. Die Gemeinden gründen deshalb eigene Schulen, die aber nur vier Jahre Unterricht anbieten und an denen es an qualifizierten Lehrkräften und kindgerechten Lernmaterialien mangelt.

Viele Eltern betrachten einen Schulbesuch deshalb als unnötigen Kostenfaktor und lassen ihre Kinder lieber im Haus oder auf dem Feld mitarbeiten. Wer die fünfte und sechste Klasse besuchen und einen Abschluss machen möchte, muss zudem die Gemeinde verlassen. Das führt dazu, dass gerade Mädchen kaum eine Chance haben, die Grundschule zu besuchen und abzuschließen.

Gut ausgebildete Lehrkräfte und kindgerecht ausgestattete Schulen mit pädagogischem Lehr- und Lernmaterial sind in Guinea-Bissau eine Seltenheit. Außerdem ist es schwer, Lehrkräfte zu finden, die in abgelegenen Gemeinden unterrichten möchten. Oftmals sind die Lehrerinnen und Lehrer selbst weniger als sechs Jahre zur Schule gegangen und werden außerdem nicht regelmäßig bezahlt.

 

 

            Quelle: www.plan.de

 

 

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts ist es, das Bildungsniveau an Gemeindeschulen im Programmgebiet Bafatá zu verbessern.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, nicht nur die Zahl der Schülerinnen und Schüler und der qualitativen Unterrichtsstunden pro Tag zu steigern, sondern auch die Infrastruktur und Ausstattung zu verbessern. Zusätzlich ist geplant, an zwei der Gemeindeschulen eine fünfte und eine sechste Klasse einzurichten. Außerdem sollen die Kapazitäten der lokalen Organisationen und Behörden soweit gestärkt werden, dass die Gemeindeschulen auch mittel- und langfristig arbeiten können. Ziel ist, dass auf diese Weise eine Generation heranwächst, die mit einem guten Bildungshintergrund die Entwicklung des Landes weiter voranbringt.

 

Plan und seine Partner haben daher folgende Aktivitäten geplant, um die gesetzten Ziele zu erreichen: 

Aktive Einbindung der Gemeinden:

Zusammen mit den Gemeinden, die eine Gemeindeschule haben und langfristig halten wollen, werden in Workshops wichtige Themen identifiziert und besprochen. Nur so kann gemeinsam erreicht werden, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler ansteigt. Die Gemeinden helfen, Bildungshindernisse zu identifizieren, Ziele zu definieren und Maßnahmen festzulegen, um beispielsweise Mädchen und Jungen gleichermaßen die Möglichkeit zu geben, am Unterricht teilzunehmen.

Schulung der Lehrkräfte:

Da Lehrerinnen und Lehrer oft selber weniger als sechs Jahre zur Schule gegangen sind, sind sie zumeist wenig qualifiziert und haben geringe Kenntnisse, wie sie Lehrinhalte gut an Kinder vermitteln können. 45 Lehrerinnen und Lehrer werden deshalb jeweils drei Jahre lang geschult und begleitet. Die Inhalte orientieren sich an den von UNICEF aufgestellten Anforderungen für Lehrkräfte. Am Ende ihrer Fortbildung erhalten sie ein Zertifikat.

Ausstattung der Schulen:

18 Schulen werden mit Lehr- und Lernmaterial ausgestattet. Desweiteren werden Zusatzmaterialien für die 45 am Projekt beteiligten Lehrkräfte sowie 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schul-Administration entwickelt.

Bau neuer Klassenräume:

Zehn Klassenräume werden mit Hilfe der Gemeindemitglieder gebaut und ausgestattet. Außerdem werden kindgerechte und nach Geschlechtern getrennte Toiletten mit Waschbecken errichtet.

Erweiterung bis zur sechsten Klasse:

An zwei Gemeindeschulen werden eine fünfte und eine sechste Klasse eingerichtet.

Schulung lokaler Partner:

Die lokalen Partner, mit denen Plan zusammenarbeitet, erhalten intensive Schulungen in Projektmanagement, Ressourcenmanagement und Anleitung von Projektteilnehmern. Dieses Wissen können sie nicht nur in diesem Projekt, sondern auch bei späteren Maßnahmen einsetzen.

In das Projekt werden etwa 6.000 Kinder, 45 Lehrkräfte, 60 Schuldirektoren, administratives Personal sowie Repräsentanten der Gemeinden eingebunden. Insgesamt werden 30 Gemeinden mit 11.250 Gemeindemitgliedern direkt oder indirekt vom Projekt profitieren.

Plan arbeitet auch in diesem Projekt mit lokalen Partnern zusammen, die nicht nur die Gemeinden kennen, sondern auch Erfahrungen in der Arbeit im Bildungsbereich mitbringen. 

APRODEL (Association for the Promotion of Local Development) ist seit 2002 in ländlichen Gemeinden Bafatás tätig. Die Organisation arbeitet vorrangig im Bereich Demokratisierung und Beteiligung der Bevölkerung. 

FES (Foundation for Evangelization and Cultures) hat sich bereits seit 2001 auf die Arbeit im Bildungsbereich, insbesondere auf die Arbeit mit Gemeindeschulen sowie auf Lehrerschulungen, spezialisiert. 

DREB (Local Education Administration of Bafatá) repräsentiert die staatliche Bildungsbehörde in der Region. Deren Vertreter sind bei einigen Aktivitäten dabei und unterstützen beispielsweise die Begleitung von Schuldirektoren und administrativem Personal.

 

Das Projekt wird im Plan-Programmgebiet Bafatá durchgeführt. Es läuft von September 2011 bis August 2014.

 


Fotos: Plan

 

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im 2. Zwischenbericht von Plan International Deutschland e.V.

Plan Deutschland unterstützt das Projekt mit umgerechnet etwa 836.000 EUR*.
*(angewandter Durchschnitts-Wechselkurs: 1 USD = 0,7314 EUR)

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